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Schriftzug Soziales Hameln-Pyrmont
Paritätischer Hameln        Landkreis Hameln-Pyrmont

Informationen zur Thematik Migration

 

Migration (lateinisch migratio: "Wanderung)

Migration "Wanderung" ist ein unterschiedlich gefasster Begriff für den dauerhaften Wechsel des Lebensumfeldes einer Person, einer Gruppe oder einer Gesellschaft im geograhischen und sozialen Raum. Er hat u.a. folgende Bedeutung:

  • In den Gesellschaftswissenschaften die Einwanderung und Auswanderung von Menschen
  • In der Soziologie jeder längerfristige Wohnortswechsel eines Menschen
  • In der Geographie eine Wanderung von menschlichen Individuen oder Gruppen mit dem Ergebnis eines nicht nur kurzfristigen Wohnsitzwechsels

Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt verlassen ihre Heimat, um an einem anderen Ort für sie bessere Lebensumstände zu suchen. Mehr als 150 Millionen Menschen weltweit leben als Migranten in einem Staat, der nicht ursprünglich ihre Heimat ist. Das ist ca. die doppelte Bevölkerungszahl der Bundersrepublik Deutschland. Die internationale Migration umfasst Arbeitsmigranten, Asylbewerber und andere Flüchtlinge. Einige von ihnen möchten nur kurze Zeit an einem fremden Ort bleiben, andere für mehrere Jahre oder gar den Rest ihres Lebens. Migrant/innen sind in dieser Phase mit vielen Veränderungen konfrontiert.

Im Bereich der Migrationshilfe stellen sich damit unweigerlich u.a. Fragen wie:

  • Welche psychischen Probleme und Konflikte müssen er und/oder sie bewältigen?
  • Wie wirkt sich die Migration auf die Beziehung zwischen den Ehegatten, zwischen den Eltern und den Kindern, zu der Verwandtschaft im Herkunftsland und in der Einwandererkolonie aus?

Es gilt, Menschen mit Migrationshintergrund zu helfen, sich in ihrer neuen Lebenssituation und in ihrem neuen Umfeld zurecht zu finden.

 

Migrantinnen/Migranten

Personen mit Migrationshintergrund sind:

  • Zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer
  • Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler und deren Kinder
  • In Deutschland geborene Ausländer
  • Eingebürgerte Ausländerinnen und Ausländer
  • Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit und mindestens einem ausländischen Elternteil
  • Ausländische Personen, die dauerhaft in Deutschland bleiben wollen

Er trifft aber auch auf folgende Personen zu:

  • Deutsche, die auch früher nie eine andere Stattsangehörigkeit besessen haben (Sie könnten ihr Leben lang aber fast immer im Ausland gelebt haben)
  • Deutsche, die mindestens eine weitere Stattsangehörigkeit besitzen, aber nie eingebürgert wurden, (diese sind meistens im Ausland geboren)

 
Anforderungen an die Menschen mit Migrationshintergrund

Die Möglichkeit der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben der Aufnahmegesellschaft setzt den Erwerb von bestimmten Kenntnissen, Fähigkeiten und Einstellungen voraus, um eine weitgehende persönliche Neu-Sozialisation und Neuorganisation einzugehen. Zentral ist hier das Erlernen der neuen Sprache und eine gewisse Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft gegenüber der Aufnahmegesellschaft.

Menschen mit Migrationshintergrund tendieren dazu, sich ihr alltägliches Umfeld bzw. ihr soziales Netzwerk innerhalb der eigenen Volksgruppe aufzubauen ("Parallelgesellschaften"). Dies dient dem Schutz vor Überforderung und sozialer Isolation. Eine solche Situation gefährdet jedoch die nötige Integration, wenn diese Kontakte die ausschließlichen Bezugspunkte der Migranten und der nächsten Generation bleibt.

Für eine erfolgreiche Integration ist es wichtig, dass die Migranten die eigenen Nachkommen auf die neue Gesellschaft und nicht auf das Herkunftsland einstellen.

Sozialisationsprozesse laufen im jüngeren Alter schneller und mit geringerem Aufwand ab, so dass die Integrationschancen steigen.

 
Anforderungen an die Aufnahmegesellschaft

Die Aufnahmegesellschaft sollte gegenüber den Einwanderern und ihren Kindern ein Mindestmaß an Offenheit aufbringen. Soll eine Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gelingen, ist es erforderlich, sie an gemeinschaftlichen Gütern teilhaben zu lassen, insbesondere den Arbeitsmarkt und den Wohnungsmarkt zugänglich zu machen. Ein sicherer Arbeitsplatz verschafft ein festes Einkommen, Sozialprestige, Selbstverwirklichung und soziale Beziehungen. Ein freier Zugang zum Wohnungsmarkt verhindert die Bildung von "Wohngettos" und damit eine regionale Abgrenzung der Einwanderer gegenüber der Aufnahmegesellschaft.

Unabdingbar ist zudem ein chancengleicher Zugang zu Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, der die Integration beschleunigt.

Eine weitere Aufgabe der Aufnahmegesellschaft besteht darin, Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus abzubauen. Sie können durch Justizbehörden (Justiz, Polizei) oder Aufklärungskampagnen bsp. an Schulen verhindert werden.